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Bezuschussung von Gesundheitskursen der Primärprävention gemäß § 20 SGB V durch die Krankenkassen

Sehr geehrte Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer,

Seit 2014 müssen Gesundheitskurse bei der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP) zertifiziert sein, damit eine Bezuschussung durch die Krankenkassen geprüft werden kann.

Nach ausführlichen Recherchen, dem Austausch mit anderen Volkshochschulen, dem Deutschen und Hessischen Volkshochschulverband sowie einer Aufwandseinschätzung haben wir zu Beginn dieses Jahres entschieden, unsere Gesundheitskurse nicht mehr nach § 20 SGB V bei der ZPP zertifizieren zu lassen.

Welche Gründe haben uns zu dieser Entscheidung geführt? Hier nennen wir Ihnen einige der wichtigsten Punkte.

Gesundheitsbildung und gesundheitsfördernde Kursangebote der Volkshochschulen – vielfältig und qualitätsgesichert

Die Volkshochschule Schwalm-Eder bietet seit vielen Jahren mit großer Fachkompetenz und hohem Engagement ein qualitativ hochwertiges, thematisch vielfältiges und von qualifizierten Kursleitungen durchgeführtes gesundheitsförderndes Kursangebot wohnortnah für alle Bürgerinnen und Bürger an. Ermäßigungsregelungen für die Gebühren ermöglichen zudem allen Interessierten die Teilnahme am Angebot. Die vhs ist als öffentlich geförderte Einrichtungen zur Qualitätssicherung nach anerkannten Qualitätsmanagementverfahren verpflichtet und wird regelmäßig extern zertifiziert. Kurse und Kursleitungen werden zudem nach den „Qualitätskriterien Gesundheitsbildung“ des Deutschen und Hessischen Volkshochschulverbandes ausgewählt.

Zusammenarbeit der Volkshochschulen mit Krankenkassen und der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP)

Seit vielen Jahren werden ausgewählte Kurse der Volkshochschulen von Krankenkassen als primärpräventive Maßnahmen nach § 20 Abs. 1 SGB V anerkannt und Versicherte erhalten von ihren Krankenkassen Zuschüsse zu den Kursgebühren oder die Kursgebühren in vollem Umfang erstattet. Das neue Anerkennungsverfahren, das seit 2014 nach und nach durch die Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP), ein bundesweiter Zusammenschluss fast aller Krankenkassen, eingeführt wurde, tritt zum Herbstsemester endgültig für alle Volkshochschulen in Kraft.

Probleme und inhaltliche Vorbehalte

  • Die Kursleitungen von zertifizierten Kursen sind verpflichtet, jeden Kurs nach einem spezifischen Konzept durchzuführen.
  • Jeder Folgekurs muss im gleichen Format (Kursdauer, Umfang, Übungsabfolge) wiederholt werden. Dies führt zu einer Standardisierung der Kurse und erlaubt keine Teilnehmerorientierung. Unsere vhs-Angebote streben aber eine erwachsenenpädagogisch sinnvolle und teilnehmerorientierte Ausgestaltung mit dem Ziel des „gelingenden Lernens“ an. In unseren Angeboten der Gesundheitsbildung werden die individuellen Lebenserfahrungen und Lernvoraussetzungen der Teilnehmenden in die Lernprozesse einbezogen. Durch eine übermäßig stringente Auslegung des Leitfadens Prävention fordert die ZPP einen minutengenauen Stundenablauf für jeden zertifizierten Kurs, der in der Praxis diesem Ziel und unserem Bildungsverständnis widerspricht.
  • Das Kursformat für zertifizierte Kurse lässt keine flexible und bedarfsorientierte Kursplanung zu. Kurse dürfen nur 8 bis 12 Wochen durchgeführt werden und maximal 15 Teilnehmende haben. Ab 2016 können für zertifizierte Kurse weder Titel noch Kursumfang (Kurstage und Anzahl der UE) verändert werden. Bei jeder Änderung muss der gesamte Kurs bei der ZPP neu anerkannt werden.
  • Ein damit einhergehendes Problem ist die fehlende Möglichkeit, unvermeidliche Veränderungen in einem bereits zertifizierten Kursangebot zu berücksichtigen. Fällt bspw. eine Kursleitung wegen Krankheit, Schwangerschaft etc. aus, kann diese nicht durch eine andere (zertifizierte) Kursleitung ersetzt werden. Eine Zusage der Förderfähigkeit ist somit vor Abschluss eines Kurses nicht möglich.
  • Viele vhs-Kurse werden von mehr als 15 Teilnehmenden besucht. Eine Beschränkung der Teilnehmeranzahl auf max. 15 Personen bedeutet in der Konsequenz für einige Teilnehmende, das sie nicht mehr am Kurs teilnehmen könnten - trotz ausreichender Raumgröße und der Mitmachbereitschaft auf allen Seiten.
  • In „lebendigen Biografien“ erworbene, nachweisbare Kursleitungsqualifikationen werden im Rahmen des Anerkennungsverfahrens nicht berücksichtigt. Damit werden qualifizierte Kursleitungen vom Prüfverfahren ausgeschlossen.

Im Fokus unserer Kurse stehen Bedürfnisorientierung, Abwechslungsreichtum und die Möglichkeit für Teilnehmende, regelmäßig und konstant etwas für ihre Gesundheit zu tun (Stichwort: „Lebenslanges Lernen“). Einzelmaßnahmen, so wie sie der Leitfaden Prävention zum § 20 SGB V vorsieht, sind nicht mit unseren Zielen vereinbar, da dort nur Grundkurse finanziell gefördert werden, dauerhafte Kursangebote mit Aufbaukursen aber nicht.

Die Qualität von vhs-Gesundheitskursen ist auch ohne die Prüfung und Anerkennung durch die ZPP garantiert. Die vhs Schwalm-Eder verfügt über ein Qualitätsmanagement und eine Qualitätstestierung nach LQW. Im Programmbereich Gesundheit orientieren wir uns u. a. an den Qualitätskriterien der Gesundheitsbildung des Deutschen und des Hessischen Volkshochschulverbandes.

Gemäß unserem gesetzlichen Auftrag („Bildung für alle“) bieten wir Veranstaltungen und Kurse zu sozialverträglichen Preisen an. Hinzu kommen zahlreiche Ermäßigungsmöglichkeiten (siehe AGB). Eine Marktanalyse bestätigt, dass kein anderer Anbieter (z.B. Physiotherapiepraxis, Fitnessstudio) Präventionskurse zu so günstigen Teilnahmegebühren wie die vhs anbietet.

Konsequenzen

Die Qualität von vhs-Gesundheitskursen wurde bereits mehrfach unabhängig untersucht und bestätigt. Sie ist auch ohne Prüfung und Anerkennung durch die ZPP garantiert. Und Sie wissen, welche Arbeit von unseren Kursleitenden geleistet wird und das eine regelmäßige Teilnahme Ihnen gut tut.

Wegen der oben beispielhaft genannten veränderten Rahmenbedingungen des zentralen Anerkennungsverfahrens der ZPP, das unseren Qualitätsanforderungen in der Erwachsenenbildung in vielen Teilen nicht entspricht und des damit verbundenen hohen Verwaltungsaufwands, werden unsere Kurse der ZPP nicht mehr zur Zertifizierung vorgelegt.

Wir bitten Sie um Verständnis für unsere Haltung und möchten auch weiterhin, dass Sie, unabhängig von einer möglichen Bezuschussung, Ihren Kurs zu Ihrer Zeit und an Ihrem Ort finden .

Teilnahmebescheinigung:

Wir stellen auch weiterhin auf Anfrage für alle Kursteilnehmenden nach Abschluss eines Gesundheitskurses kostenfrei eine vhs-Teilnahmebescheinigung aus. Bitte wenden Sie sich an die Mitarbeiter/innen der vhs oder Ihre Kursleitung.

Mit der Teilnahmebescheinigung können Sie z.B. bei ihren Krankenkassen am Prämien- und Bonusprogramm teilnehmen. Ob und wie die Kursteilnahme von der jeweiligen Krankenkasse gefördert wird, müssen Sie direkt mit Ihrer Krankenkasse klären.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Gesundheitsteam der vhs Schwalm-Eder


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